Puppenmord by Tom Sharpe

Puppenmord by Tom Sharpe

Author:Tom Sharpe [Sharpe, Tom]
Language: deu
Format: epub
ISBN: 9783548202020
Published: 1982-11-15T12:19:10+00:00


- 12 -

Im Aalfleet - Gaskeils Karteniesekünste hatten ihn total geäfft, und sie waren weder im Froschwasser noch in der Moorbreite - ging die Situation allen auf die Nerven. Gaskeils Versuche, den Motor wieder in Gang zu bringen, hatten genau das Gegenteil bewirkt. Das Cockpit schwamm vor Dieselöl, und an Deck war's schwierig, einen Schritt zu gehen, ohne auszurutschen.

»Mein Gott, G, jeder, der dich sieht, würde meinen, du wärst gerade vom Ölberg herabgestiegen«, sagte Sally, »man müßte dich so in Öl malen.«

»Das war diese Scheiß-Benzinleitung«, sagte Gaskell, »ich habe sie nicht wieder drangekriegt.«

»Wieso versuchst du dann, den Motor ohne sie zu starten?«

»Um zu sehen, ob er geht.«

»Na, jetzt weißt du's. Was willst du denn nun machen? Hier herumsitzen, bis unser Futter alle ist? Du mußt dir schon was einfallen lassen.«

»Warum ich? Warum hast du nicht irgend 'ne zündende Idee?«

»Wenn du ein richtiger Mann wärst. . .«

»Ach Scheiße«, sagte Gaskell. »Die Stimme der emanzipierten Frau. Kommt's bunt, da muß man urplötzlich ein Mann sein. Wie war's denn mit dir, du Mann-Weib? Du willst, daß wir hier wegkommen, dann mach's doch. Verlang jetzt nicht, daß ich ein Mann bin, der große, starke Mann, wenn's brenzlig wird, ich weiß nicht mehr, wie das geht.« »Es muß doch irgend *ne Möglichkeit geben, Hilfe zu holen«, sagte Sally.

»Na klar. Du gehst einfach mal rauf und siehst dir die Szene von oben an. Alles was du sehen wirst, ist eine Schilfkolbenorgie.«

Sally kletterte aufs Kajütendach und suchte den Horizont ab. Er war zehn Meter entfernt und bestand aus einer weiten Schiffläche.

»Da drüben ist was, das sieht wie ein Kirchturm aus«, sagte sie. Gaskell kletterte zu ihr hoch.

»Das ist ein Kirchturm. Na und?«

»Wenn wir Lichtzeichen oder so machen würden, da könnte uns vielleicht jemand sehen.«

»Genial. Natürlich warten an so dicht bevölkerten Orten wie Kirchturmspitzen die Leute bloß drauf, daß wir Lichtzeichen geben.«

»Könnten wir nicht irgendwas verbrennen?« sagte Sally. »Jemand würde den Rauch bestimmt sehen und . ..«

»Spinnst du? Wenn du hier was ansteckst mit dem ganzen Benzin, das hier rumschwimmt, da kriegen die was zu sehen, darauf kannst du dich verlassen. Ein Feuerwerk aus Boot mit Leichen.«

»Wir könnten eine Dose mit öl füllen, über Bord werfen, erst 'n bißchen wegschwimmen lassen, und dann anzünden.«

»Und das Schilf gleich mit. Zum Teufel, was willst du eigentlich? Einen Scheiß-Weltuntergang?«

»G-Baby, du steigst einfach nie richtig ein.«

»Ich gebrauche meine grauen Zellen, das ist alles«, sagte Gaskell. »Du kommst dauernd mit solchen tollen Ideen wie der da an, die uns bloß noch tiefer in die Kacke reiten, als wir eh schon stecken.«

»Ich wüßte nicht, wieso«, sagte Sally.

»Ich kann dir sagen, wieso«, sagte Gaskell, »weil du nichts besseres zu tun hattest, als diesen verfluchten »Hesperus« zu klauen. Darum.«

»Ich habe ihn nicht geklaut. Ich . . .«

»Erzähl den Bullen das. Erzähl's ihnen doch. Fang mal schon an, das Schilf anzuzünden, dann kommen sie uns bestimmt auf den Hals und stellen uns lauter nette Fragen. Zum Beispiel, wem das Boot gehört und wie's kommt, daß wir mit der Jacht anderer Leute herumjökeln . . . und darum müssen wir so unauffällig wie möglich hier weg.



Download



Copyright Disclaimer:
This site does not store any files on its server. We only index and link to content provided by other sites. Please contact the content providers to delete copyright contents if any and email us, we'll remove relevant links or contents immediately.